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WingTsun wurde in China vor ca. 250 Jahren entwickelt. In China hat Kampfkunst eine sehr alte Tradition, da das Land immer wieder von angrenzenden Völkern überfallen wurde. Angesichts des andauernden Kriegszustandes war das Beherrschen einer Kampfkunst auch für Zivilpersonen lebensnotwendig.
Die Legende von der Entstehung des WingTsun kennt viele Varianten und
Nuancen. Obwohl ihre Details mittlerweile historisch widerlegt sind, erzählt
sie doch eine faszinierende Geschichte:
Zur Zeit der Ching-Dynastie fürchtete die amtierende Kanghsi-Regierung
die widerständigen Mönche des Shaolin-Klosters von Sung Shan
wegen ihrer berühmten Kung Fu-Kunst. Um zu verhindern, dass sich
die Mönche mithilfe der mächtigen Kampfkunst gegen die Regierung
richteten, ließ diese das Kloster zerstören und die Mönche
töten. Einige wenige von ihnen konnten jedoch fliehen. Unter ihnen
war eine Frau, die Nonne Ng Mui, die auch eine Meisterin des Kung Fu war.
Ng Mui versteckte sich in einem Tempel am Berg Tai Leung. Dort entwickelte sie ein neues Kampfkunst-System, das sich gegen die zu der Zeit vorherrschenden Kung Fu-Stile richten sollte. Es sollte auch Schwächeren ermöglichen, sich gegen die kraftintensiven Stile zu verteidigen.
Eines Tages beobachtete sie einen Kranich, der gegen einen Fuchs kämpfte.
Der Kranich richtete sich immer wieder mit seinem Schnabel zum Fuchs aus,
wehrte die Pfotenhiebe mit dem Flügel ab und griff den Fuchs dabei
gleichzeitig mit dem Schnabel an.
Aus dieser Beobachtung gewann Ng Mui die Grundidee ihres neuen Systems.
Die erste Schülerin, die Ng Mui in ihrer Kunst unterrichtete, hieß
Yim WingTsun (Schöner Frühling). Nach ihr benannt, bekam die
neue Kampfkunst einen Namen.
Yim WingTsun gelang es mithilfe dieser Kampfkunst, einen gefürchteten
Schläger in ihrem Dorf, der sie begehrte und belästigte, zu
besiegen.
Sie gab die Kampfkunst der Tradition folgend innerhalb ihrer Familie weiter.
Nach Yim WingTsun ging die Kampfkunst anscheinend sofort in Männerhände
über. Zumindest findet sich im Stammbaum des WingTsun – soweit
bekannt – und allen weiteren Geschichten nach kein einziger Frauenname
mehr.
Yip Man (1893-1972) war der letzte unangefochtene Großmeister des WingTsun. Seine Schüler gründeten ihre eigenen Schulen und Organisationen und entwickelten den Stil in verschiedene Richtungen weiter.
Der Stil, der heute von der EWTO
gelehrt wird, geht auf Yip Mans letzten Meisterschüler Leung Ting
zurück, den heutigen Vorsitzenden der International WingTsun Association
(IWTA).
Von diesem lernte auch Großmeister Keith R. Kernspecht das WingTsun-System
und führte es in Europa ein, wo es heute mehr Verbreitung gefunden
hat als in China.
GM Kernspecht reformierte für seine europäischen Schüler
die chinesische Unterrichtsmethode und führte die heutigen Schülerprogramme
und Graduierungen ein.
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